ISBN 3-928172-57-3. 22 S. Kt. Blockbuch. Vom Autor signiert. EUR 8,-
Ins Spanische übertragen von Esther Trancón y Widemann und Federico Bermúdez-Cañete.
Die Gedichtgruppe "Die Steine Granadas" ist im Anschluß an eine Reise im Sommer 1986 entstanden, fünfzig Jahre nach Beginn des spanischen Bürgerkriegs.
Eines der ersten Opfer der klerikalfaschistischen Putschisten war der Dichter Federico García Lorca. Er war 37 Jahre alt, als er in der Nähe von Víznar, einem kleinen Städtchen bei Granada, erschossen wurde. Ian Gibson hat die Umstände seines Todes erforscht. Federico, wie er noch heute von den alten Herren genannt wird, die eine Erinnerung an ihn bewahren, wurde mit anderen, die nicht in die "nationale Erneuerung" paßten, Opfer einer der ersten Säuberungsaktionen. Am vermuteten Ort seiner Ermordung befindet sich seit 1986 der in "memorial" erwähnte Gedenkpark, der zur Zeit meines Besuches im Juli noch nicht eröffnet war. "Fuente grande" ist eine bereits von römischen und maurischen Dichtern gepriesene artesische Quelle, deren wunderbar klares Wasser zur Bewässerung der umliegenden Plantagen und Gärten dient. "La Barraca" ist der Name eines experimentellen Wandertheaters, das Lorca leitete.
Die Steine Granadas
(19. Juli 1986)
In den Spalten der Steine der Straßen Granadas
Weiß sind die Söckchen am Sonntag gesäubert
die Kinder
Triumph schwitzen Tonnen Gewölbe die Kathedrale
des Königs
Weiß der Grind in den Augen werktags der Kinder
Am Fuß der arabischen Mauern der Türme der Damen
wachsen grün Halme unter den Fesseln
der jungen und alten der dunklen Gazellen
die umarmen lieben lieben im Tanz der Gardist
bewacht Sarkophage Isabel und Fernán liegen da
Kopfnüsse setzt's gezwickt wird das Armfleisch
ohne Laut
duckt jeden zu Gott nieder die Mauren die toten Verlornen
Christenruhm stemmen die Pfosten vorgehängt
weißliche Tafeln
mit abgezählt siebzehn neunzehn Opfern marxistischen
Terrors
ihre Titel golden fray oder don Lettern siegreich im Marmor
erstarrt ihre Körper verklebt die Bitthand
nur Haut
der Infantin der Geisel
schweigt weiß eine Wand
Stapel schwarzweißer Schädel starren herüber
wieviele wurden verscharrt dort in Víznar und hier
niemand wagt genau zu zählen Tote nicht nicht Steine
Las piedras de Granada
(19 de julio de 1986)
En las grietas de las piedras de las calles de Granada
Blancas son las medias el domingo aseados los niños
triunfo sudan toneladas bóvedas la catedral del rey
Blanca la tiña en los ojos en días laborables de los niños
Al pie de los muros árabes de las torres de las damas
crecen verdes las briznas bajo los tobillos
de las jóvenes y de las viejas de las oscuras gacelas
que abrazan aman aman en el baile el guarda
custodia sarcófagos Isabel y Fernando yacen allí
coscorrones se reparten se pellizca la carne de los brazos
sin ruido
aprieta a todos abajo hacia Dios los moros los muertos perdidos
gloria del cristianismo levantan los pilares blanquecinas placas colgando
con contadas diecisiete diecinueve víctimas del terror marxista
sus títulos doradas letras fray o don victoriosas en el marmol
rígidos sus cuerpos pegajosa la mano suplicante
sólo piel
de la infanta del rehén
calla blanco un muro
El montón de calaveras blanquinegras fija
la mirada en nosotros
cuántos fueron enterrados allí en Víznar
y aquí
nadie osa contar exáctamente muertos no no
piedras
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